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Mehr Artenvielfalt im öffentlichen Grün!

Können Sie sich noch an die Wegwarte erinnern?

Früher wuchs sie mit vielen weiteren Pflanzenarten an fast jedem Wegrand. Ihr Verschwinden steht sinnbildlich für das Artensterben im öffentlichen Grün. Flächenversiegelungen durch Straßen, Bebauung und industriealisierte Landwirtschaft führen dazu, dass unsere öffentlichen Grünanlagen zunehmend zu letzten Rückzugs- und Lebensräumen vieler Tier- und Pflanzenarten werden.

Wegeränder, das Straßenbegleitgrün mit seinen Krautsäumen, Gewässer, Gräben und speziell Hecken erfüllen wichtige Lebensraumfunktionen. Sie sind damit von existentieller Bedeutung für unsere Ökosysteme.

Voraussetzung ist, dass diese Flächen entsprechend nachhaltig und den ökologischen Erfordernissen angepasst, gepflegt werden. Leider führt die heutige Praxis üblicher Pflegemaßnahmen wie Mulchen, Schlegeln, Schreddern und Häckseln zu einem völlig unnötigen Verlust an Insekten- und Pflanzenvielfalt im ganz großen Maßstab.

Flächenversiegelung, Flurbereinigung und mangelhafte Flächennutzungsplanung führen zum Verlust von Landschaftsstrukturen, die Voraussetzung für die Entwicklung von Biodiversität sind.
Biotopvernetzungen gehen großflächig verloren. Die fehlenden Lebensräume führen zu einem signifikanten Artenschwund. So sind beispielsweise bereits unzählige ökologisch bedeutsame Heckenstrukturen verloren gegangen, die als Biotopverbundlinien und für den Erosionsschutz unverzichtbar sind und daher im großen Maßstab neu angelegt werden müssen.

Petition zur Förderung der Artenvielfalt im öffentlichen Raum gestartet

Die Summe aller öffentlichen Flächen ist größer als die aller Naturschutzgebiete Deutschlands. Daher sind die öffentlichen, besonders die kommunalen Verwaltungen und zuständigen Behörden aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen und die biologische Vielfalt zu fördern.
Mehr Artenvielfalt im öffentlichen Grün!

Zeichen Sie die Petition, die sich bundesweit an alle Petitionsreferate der Landtage, Kreise, Städte und zuständigen Behörden richtet!
Homepage der Initiative mit Zugang zur online Petition

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Volksinitiative Artenvielfalt

Die nordrhein-westfälischen Naturschutzverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) haben im Sommer 2020 eine Initiative zum Artenschutz gestartet und fordern die Landesregierung auf, endlich in Sachen umweltgerechte Landwirtschaft, dem Schutz von Biotopverbünden, Artenschutz aktiv zu werden und den Flächenfraß zu stoppen.

Link zur Kampagnenseite Volksinitiative Artenvielfalt

Ein Ziel der Petition ist auch, Rederecht im Landtag von NRW zu bekommen, damit sichergestellt wird, dass das Anliegen im Landtag NRW diskutiert wird. Aus formalen Gründen ist es daher nicht möglich, online bei einer Plattform zu “unterschreiben”.
Daher ist es notwendig, auf einer offiziellen Unterschriftenliste zu unterzeichnen. Die Veranstalter selbst und weitere Unterstützer sammeln bei verschiedensten Möglichkeiten an Infoständen, in Naturkostläden, Hofläden, Botanischen Gärten oder ähnlichen Orten sofern es die Covid-19-Auflagen es zulassen.

Schauen Sie auf der Homepage der Volksinitiative oder den Unterstützern nach weiteren Terminen.

Logo IKpN

Der Initiativkreis pro Naturraum wächst

Die Gründung des „Initiativkreis pro Naturraum“ trifft den Nerv der Zeit und findet ein breites überregionales Echo. Erst im Dezember 2019 schlossen sich Bürgerinitiativen aus der Region gemeinsam gegen Flächenfraß zusammen. Zum zweiten Treffen des Initiativkreises am 11. Januar 2020 in Solingen hat sich die Zahl der beteiligten Initiativen auf nunmehr 17 Initiativen plus die Bewegung Fridays for Future nahezu verdoppelt.

Alle Initiativen prangern gemeinsam an, dass der zunehmende Flächenverbrauch, welche unsere Lebensgrundlagen dauerhaft zerstört, nicht nur ein lokales Problem ist. Klimaschutz und Umweltschutz macht nicht an kommunalen Grenzen halt.

In den letzten Monaten haben zunehmend Klimaziele Eingang in die politische Debatte gefunden. Absichtserklärungen und Handlungen klaffen allerdings noch weit auseinander.

Planungsrecht und Kommunalfinanzierung sind weiterhin strukturell auf Flächenverbrauch angelegt. Flächenschonung und Rückgewinnung von Flächen sind nicht hinreichend verankert. Es kommt zu fehlgeleiteter kommunaler und überregionaler Konkurrenz.

So sind in der zweiten Offenlage der Regionalplanänderungen die angeblichen Flächenbedarfe nicht den aktuellen Analysen und Bedarfsermittlungen angepasst worden, sondern werden unverändert fortgeschrieben. Naturräume werden dadurch unnötigerweise als ASB-Reserveflächen ausgewiesen.

Es ist auch festzustellen, dass vorgeschriebene Verfahren zur Umweltprüfung und damit letztendlich Umweltschutzrichtlinien bei Flächenausweisungen im Regionalplan nicht eingehalten werden.

„Aktuell soll vor unser aller Augen mit dem laufenden Veränderungsverfahren des Regionalplans eine Flächenvernichtung ungeahnten Ausmaßes vorbereitet werden“ erklärte der Umweltwissenschaftler Dr. Cornelius Arendt, als Gründungsmitglied des Initiativkreises. „Die regionalen Bürgerinitiativen sollten daher zwingend an diesem Verfahren institutionell beteiligt werden!“ fordert der Initiativkreis. Es muss jetzt, ab sofort, an dem Null-Hektar-Ziel gearbeitet werden und nicht erst dann, wenn unnötige Reserveflächen im Regionalplan gesichert sind.

Die Mitgliedsinitiativen wollen sich gegenseitig bei der Durchsetzung Ihrer Ziele unterstützen und zunehmend überregional wirken, aufklären und politisch Einfluss nehmen.